الخميس، 18 فبراير 2016

Gerechtigkeit


Lob sei dem Herrn der Welten, und das beste Gebet und der vollkommenste Gruß gehört unserem Propheten Muhammad, seiner Familie, seinen Gefährten und alle, die ihm folgen.
Allah der Erhabene sagt: „Oh ihr Gläubigen setzt euch für Allahs Befehl ein, seid gerechte Zeugen, und auch die Schlechtigkeit mancher Leute soll euch davon abhalten, gerecht zu sein. Seid gerecht, das kommt der Gottesfurcht am nächsten … und fürchtet Allah, denn Allah weiß, was ihr tut.“(5,8)

Zu diesem Vers gibt es einen Anlass: Der Gesandte Allahs schloss, als die Götzengläubigen die Muslime den Zugang zum heiligen Haus in Mekka verwehrt haben, trotzdem mit ihnen einen Friedensvertrag. Einige seiner Gefährten verstanden das überhaupt nicht und schlugen vor: „Lasst und diese Leute vertreiben, wie sie uns vertrieben haben“. In diesem Moment offenbarte Allah diesen Vers.

Allah sagt uns in dem Vers sinngemäß: „Wenn ihr mit jemandem streitet, dann lasst euch nicht zu blindem Hass verführen. Denn Hass lässt kein Haus auf dem anderen stehen und vernichtet alles. Passt auf, dass euer Recht in Betrug und Unrecht umschlägt, während ihr noch glaubt, dass ihr etwas Gutes tun würdet!
Das göttliche System befielt in jeder Situation Gerechtigkeit, sogar im Umgang mit den üblichsten Feinden.
Das gilt für alle gesellschaftlichen Beziehungen und beginnt in der Familie zwischen den Ehepartnern, unter Verwandte, Bekannten, Nachbarn usw. Sie alle sollen miteinander korrekt umgehen und nicht immer nur schlecht über den anderen denken und die guten Seiten zu ignorieren! Der Gesandte Allahs sagte: „Der Gläubige ist nicht ungerecht zu einer Gläubigen, wenn er eine Eigenschaft an ihr nicht mag, ist er mit einer anderen zufrieden.“
Nicht selten sind familiäre Krisen und Scheidungen darauf zurückzuführen, dass die Ehepartner immer nur die negativen Seiten ihrer Ehepartner und Familienangehörigen sehen und auch bei Kleinigkeiten nachtragend sind.
Das gilt auch für Freunde und überhaupt die Gesellschaft. Ein falsches Wort kann dazu führen, dass Bekannte oder Freunde jahrelang nicht mehr miteinander sprechen oder sich gegenseitig das Schlechteste wünschen! Und wenn sie darauf angesprochen werden, bringen sie kein Lob über diesen Menschen über ihre Lippen.
Das widerspricht der islamischen Denkweise.

Ein Grund für Ungerechtigkeit ist die Bildung von Klischees und Vorurteilen. Z. B. sprechen manche Leute über ein bestimmtes Land, als ob es eine Eigenschaft habe, und glauben dieses Gerede auch noch selbst! „Die Syrer sind so und so“, „die Araber sind so und so“, sie „Christen sind so und so“ usw.

Wie oft hast du es erlebt, dass jemand denjenigen, mit dem er Streit hat, lobt? Leider viel zu selten, oder?
Vielleichthaben wir andere Lebenseinstellungen, vielleicht denken wir anders, vielleicht sprechen wir eine andere Sprache oder haben eine unterschiedliche Hautfarbe … aber müssen wir uns deswegen gegenseitig beschimpfen und beschmutzen?
Hat uns der Gesandte Allahs – s.a s. nicht den Heuchler unter anderem damit beschrieben, dass er zu einem Unmensch wird, wenn er streitet.

Lasst uns ab jetzt nicht mehr in Falle gehen, aber das geht nur, wenn wir Allah aufrichtig darum bitten, dass er uns noch gerechter macht.

Einmal war sich Imam Schafii in einer Schariafrage mit einem anderen Gelehrten nicht einig. Sie diskutierten sehr lange und wurden immer aggressiver. Als sie dann irgendwann endlich das Diskutieren aufhörten und ihrer Wege gingen, drehte sich der Imam Schafii zu seinem Diskussionspartner um, nahm ihn an der Hand und sagte: „Wir können unterschiedlicher Meinung sein und dennoch Freunde bleiben!“

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